So swingt man 2018

Dunkle Räume, alte Männer in Netzhemden, die sich auf kreuz und quer durch die Gegend vögelnde Paare einen abwichsen, überall benutzte Kondome und der widerliche Geruch von schwitzenden Körpern…

So in etwa stellen sich wohl die meisten von euch einen Swinger-Club vor.
Laut meiner Umfrage, seid ihr ja herzlich wenig davon angetan
Aber ist das heute wirklich noch so?

Ich bin mir sicher oben beschriebene Schuppen gibt es noch en masse, aber die Ansprüche der Swinger sind in den letzten Jahren gestiegen.
Das moderne Swinger-Paar von heute hat auf dunkle Abfuck Räume und eklige alte Mathelehrer nämlich so gar keinen Bock mehr.

„Events für junge und junggebliebene, attraktive, gepflegte, schlanke und optisch ansprechende Gäste!“ – damit catcht man die Swinger von heute (so gar nicht oberflächlich, ne)

Vorab kann man sich auf den Webseiten der jeweiligen Clubs schon mal eine Veranstaltung raussuchen, die einem gefällt. Dabei kann man dann beispielsweise zwischen verschiedenen Themenparties, bei denen es bestimmte Dresscodes gibt oder Veranstaltungen in exklusiven Locations, wie Schlössern wählen.
Wer Bock auf Bukake-Party hat kann bei sogenannten HÜ-Veranstaltungen (HÜ für Herren Überschuss) mitmachen – jedem seins.

Ja und dann? Was is wenn man sich für eine Party entschieden hat?
Wie sieht das da aus, was geht da so ab?
Was zieht man an?
Wie weit wird man gehen?
Was wenn mich einer anfasst den ich einfach scheiße finde?
Bei Paaren steht das Thema Eifersucht noch mit oben drauf…

Das alles sind natürlich Dinge, mit denen man sich auseinandersetzen sollte BEVOR man sich unter die Swinger mischt.

In vielen Clubs kann man sich vorab mal rumführen lassen wenn man sich noch nicht ganz sicher ist oder überhaupt nicht weiß was man so zu erwarten hat.
Was die Outfit-Auswahl angeht wird einem über die Webseiten meist schon gut weitergeholfen – gepflegt sollt ihr sein (also zieht euch n frisches Höschen an und rasiert euch die Eier). Die meisten Frauen entscheiden sich dafür in „kurzen Kleidern und Dessous“ (also so wie manche Mädels sich für normale Clubs anziehen), die Männer in „schicker Hose und Hemd“ aufzutreten.
„Jeans, T-Shirt und Turnschuhe“ sowie „gewöhnliche Straßenkleidung“ sind übrigens überhaupt nicht gerne gesehen (lasst die Kicks zuhause, Jungs und Mädels).

Die entscheidendste aller Fragen ist wohl, wie weit man gehen will bzw. wird.

Das ist natürlich was das jeder, der solo in einen Swingerclub geht (Props an die, die sich das trauen – do your thing babe), für sich selbst entscheiden muss.
Bei Paaren ist eine Absprache und vor allem Ehrlichkeit klar vorteilhaft. Um Stress und Eifersucht vorzubeugen, sollte erst mal besprochen werden was sich wer wie vorstellt oder was gar nicht geht. Auch wenn wir Regeln nicht mögen, macht es in diesem Fall tatsächlich Sinn welche aufzustellen, an die sich Beide halten. Viele Paare denken sich zum Beispiel Zeichen aus, die sie sich im Falle eines Falles geben (also sollte man keinen Bock haben dass der oder die Liebste irgendwas tut… oder irgendwen…oder der falsche Eingang benutzt wird) und vereinbaren vorab zum Beispiel dass Küssen tabu ist. Wenn einer von Beiden im Club merkt, dass er das Ganze doch scheiße findet, dann ab nach Hause. Soll ja schließlich allen Beteiligten  Spaß machen.

Wenn Helmut und Betty sich also einig sind, einen geeigneten Club, die passende Party und die heißesten Schlüpper  gefunden haben kann es losgehen.
Die meisten Swinger-Neulinge wollen ja sowieso erst mal schauen was da so läuft und wenn man sich Erfahrungsberichte durchliest dann ist der Ablauf in der Regel immer ähnlich.

Wer Eintritt bezahlt hat (Preise variieren je nach Veranstaltung und Club/Location), wird begrüßt und kann sich (wenn er will) dann erst mal umziehen. Danach gehts  straight zum Buffet wo gegessen und getrunken wird (das Essen soll übrigens ziemlich geil sein! Wenn man das so liest könnte man denken manche gehen nur deshalb dort hin) und man kann schon mal mit den ersten Leuten in Kontakt kommen.

Irgendwann verlagert sich der Großteil dann auf die Tanzfläche und wer möchte darf dort schon mit dem Rummachen anfangen bis die Stimmung heiß genug ist.
Manchen reicht das schon, die wollen einfach nur das und nicht mehr (ich kenne Clubs da passiert das auch so oder so ähnlich, nur zahlt man nicht so viel Eintritt also – holla at me).

Wer sich mehr traut, macht sich auf zu den „Spielwiesen“. Das sind dann die Räume in denen es dann irgendwann abgeht. Die meisten Veranstalter bieten mehrere Verschiedene an, so kann man je nach Geschmack wählen (Sado-Maso-Räume für die einen, Spiegelzimmer für die anderen – was auch immer das Swinger-Herz geil macht).

In jedem Swinger-Club gilt: Alles kann, nichts muss.

Sollte einen also eine/r anfassen auf den man keinen Bock hat, darf man einfach „Nein“ sagen und derjenige hat das zu akzeptieren. Hier gilt auch eine non-verbale Ablehnung. 

Ja und dann kann also jeder für sich entscheiden wie es weitergeht. Will man nur zuschauen, will man (als Paar) erst mal nur an sich gegenseitig rumfummeln und andere dabei zusehen lassen, will man’s direkt mit nem anderen Pärchen machen,…. Das entscheidet jeder selbst.

 

Ich war überrascht, dass so viele Anti-Swinger sind. Das liegt vermutlich daran, dass viele an der Liebe des Partners zweifeln würden, wenn derjenige sowas vorschlägt, man schlicht zu eifersüchtig ist oder halt einfach keinen Bock hat vor anderen Leuten zu vögeln. Auch okay.
Ich persönlich bin auch eifersüchtig, will aber trotzdem irgendwann wissen wie das ist. Wenn ich in ner Beziehung bin und weiß  dass ich demjenigen vertrauen kann, dann finde ich sollte man alles mal probieren (K, auf ein paar von den Fetischen kann ich gut verzichten). Wie weit ich gehen würde weiß ich nicht, kann natürlich auch sein dass es nur der Gedanke daran ist, der mich reizt. Vielleicht würde ich ner anderen Frau auch mit dem Arsch ins Gesicht springen wenn sie meinen Kerl anfasst, aber wie gesagt – who knows.

Probieren geht über Studieren, ne. Wenns dann soweit ist, gibts den Erfahrungsbericht! 

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