Sexsucht ist gar nicht so cool…

Ab wann ist man sexsüchtig? Woran erkennt man das und was bedeutet das? Und woher kommt das? So viele Fragen…

Manche Leute bezeichnen ja sofort Alles und Jeden als sexsüchtig, nur weil er gerne Sex hat. Aber so ne richtige Sexsucht is kein Spaß und unterscheidet sich klar von jemandem der einfach nen hohen Sexdrive hat.

Im Gegensatz zu Jemandem der einfach nur gerne ne Menge Sex will, hat ein Süchtiger eigentlich gar keinen wirklichen Spaß mehr beim Poppen, es geht vielmehr darum ein Verlangen zu stillen. Manche masturbieren oft bis sie wund sind und empfinden dabei nicht mal wirklich was (Autsch). Wie bei einem Junkie drehen sich die Gedanken den ganzen Tag nur darum, wie man schnellstmöglich wieder an Sex kommt und/oder die Zeit findet an sich selbst rumzurubbeln. Diese Sucht beeinflusst natürlich das Berufsleben (kannst dir ja schlecht am Schreibtisch einen runterholen) genauso wie das Privatleben, weil quasi alles andere unwichtig wird.
Anstatt zu leben, hängen Sexsüchtige oft tagelang im Internet und suchen nach immer noch krasseren Pornos in der Hoffnung doch so etwas wie Befriedigung zu bekommen. 

Der Überbegriff für Sexsucht, heißt Hypersexualität.
Bezogen auf Frauen nennt man das Nymphomanie, bei Männern Satyriasis oder Donjuanismus.
Und wie immer gibt es zwischen den beiden Geschlechtern auch im Bezug auf Sexsucht Unterschiede.

Fangen wir mal mit den Nymphomaninnen an.

Wenn Männer den Begriff hören schreien die meisten erst „Ja man geil…“ aber so geil is es auf Dauer einfach nicht. Vor allem wenn derjenigen dann langweilig wird, ein Kerl nicht mehr ausreicht oder der derzeitige Schwanz nicht mehr gut genug ist. Oder wenn sie dich nach dem zehnten Mal anschreit dass du gefälligst weitermachen sollst.

Bei Frauen entsteht eine Sexsucht oft aus einer tiefsitzenden Bindungsangst. Um das Bedürfnis nach Nähe zu kompensieren sind sexsüchtige Frauen ständig auf der Suche nach Sex und Befriedigung.
Verglichen mit Männern, leben Frauen diese Sucht in den meisten Fällen mit echten Sexpartnern aus oder arbeiten als Prostituierte. Oft werden sie durch ihre Sucht leider auch Opfer von Misshandlung und Vergewaltigung (in 4 von 10 Fällen).
Manchmal ist es auch genau andersrum und die Nymphos wenden selbst Gewalt an um an ihren Sex zu kommen.
In München gab es 2012 einen Fall, in dem eine 47-jährige ihren Liebhaber so oft zum Sex gezwungen hat, dass der Arme dann auf den Balkon geflohen ist um die Cops zu rufen. (2012 ist sie übrigens nach dem Sex mit einem anderen Lover gestorben).

Und bei den Don Juans??

Die sind  wesentlich öfter betroffen als Frauen. Es gibt in Etwa fünfmal so viele hypersexuelle  Männer, wie Nymphomaninnen (Ob das so stimmt? Gibt genug Männer die sich selbst einfach so als sexsüchtig bezeichnen..)
Im Gegensatz zu den Ladies, suchen die DonJuans ihre Befriedigung eher im Internet in Form von Pornos oder aber bei Prostituierten. Und wieso?
Naja… wenn ne Frau immer wieder einen neuen Kick braucht, finden das die meisten Kerle einfach geil, als Mann hat man eher Hemmungen offen drüber zu reden, weil man dann oft gleich als Perverser bezeichnet wird.

Woran erkennt man also ob jemand wirklich sexsüchtig ist oder einfach nur gerne rumpimpert?

Da Sexsucht keine eigenständig anerkannte Krankheit ist, gibt es keine eindeutige Diagnose. Allerdings gibt es Anzeichen, die stark darauf hindeuten dass es sich um eine Sucht handelt.
Ich mach das mal stichpunktartig.

  • derjenige denkt ständig und die ganze Zeit nur daran wie er wieder zu Sex kommt
  • Das Sozialleben eines Süchtigen leidet extrem unter seinem ständigen Verlangen, weil  beispielsweise Freundschaften zerbrechen
  • Viele Sexsüchtige versuchen immer wieder sich einen neuen Kick zu beschaffen indem sie zum Beispiel wiederholt Swingerclubs, Prostituierte oder Parkplatztreffs aufsuchen oder ein Faible für Fetische haben/entwickeln
  • Sexsüchtige empfinden trotz ständigem Rumficken oder Masturbieren keine Befriedigung (müssen also die ‚Dosis‘ immer weiter steigern) sondern oft sogar Scham, Ekel, Schuld oder Selbsthass
  • Sexsüchtige neigen oft zu Depressionen oder anderen Süchten wie Alkoholismus 
  • Sexsüchtige sind oft in Straftaten wie Exhibitionismus, Voyeurismus oder sexuelle Belästigung verwickelt

Wenn ihr euch selbst also als ‚sexsüchtig‘ bezeichnet, dann bitte nur dann wenn ihr die ganzen Punkte da oben abhaken könnt (ansonsten seid ihr wahrscheinlich einfach nur kleine horny motherfucker)

Okay und woher kommt das jetzt?

Oft liegt die Ursache für eine Sexsucht an einer stofflichen Abhängigkeit, denn wie ihr wisst wird beim Orgasmus dieses Kuschelhormon Oxytocin ausgeschüttet.

In manchen Fällen waren die Süchtigen als Kind Opfer von Missbrauch (ob in psychischer, körperlicher oder sexueller Form). Bei einer Umfrage mit Hypersexuellen gaben sogar 93% der Befragten an, dass sie in ihrer Kindheit traumatische Erfahrungen hatten. Das klingt wie ein Widerspruch. Wieso würde ein missbrauchtes Kind süchtig nach Sex werden?
Gar nicht so leicht zu sagen…
Oft wollen Süchtige diese (oft erste) intensive Erfahrung übertreffen und bilden sich ein so ein anderes Verhältnis zu Sex hervorzurufen, wollen eine Lücke stopfen, halten Sex für die einzige Möglichkeit ihre Probleme zu lösen.

Eine Sexsucht kann aber auch dann entstehen, wenn man in einer Familie aufwächst in der Sex ein absolutes Tabuthema ist (joa, das leuchtet schon mehr ein). Wenn Sex immer als etwas Schmutziges und Sündiges verteufelt wird, besteht der Reiz darin es trotzdem zu tun (sag einem Kind es soll etwas nicht tun und es will genau das…), allerdings schämen sich die meisten danach auch genau deswegen.
Ansonsten tritt Sexsucht häufig in Familien mit Leiden wie Alkoholsucht oder Depression auf.

Was macht man wenn man tatsächlich süchtig nach Sex ist?

Meistens ist die Behandlung von Sexsucht sehr schwierig und langwierig, die Behandlung wird schwieriger umso länger die Sucht besteht.
Es helfen oft nur eine langjährige Therapie oder Selbsthilfegruppen um die Sucht in den Griff zu bekommen.
Während es in den USA Einrichtungen gibt die auf Sexsucht spezialisiert sind, wird Betroffenen in   Deutschland am ehesten in Suchtkliniken geholfen, die auf  stoffunabhängige Abhängigkeiten ausgerichtet sind.
Sinn der Therapie ist es, wieder echte Nähe zulassen zu können anstatt negative Gefühle mit selbstzerstörerischem Rumgebumse zu betäuben.
Selbsthilfegruppen funktionieren insofern gut, weil die Nymphos und DonJuans sich so unter ‚Gleichgesinnten‘ befinden und sich austauschen können. Außerdem haben viele Süchtige einfach keinerlei Freunde mehr, weil der Sex wichtiger ist. So finden viele also einfach wieder Anschluss ohne sich verurteilt zu fühlen.

Achja, derartige Therapien werden übrigens nur dann von den Krankenkassen übernommen wenn sie in Verbindung mit irgendeiner anderen Krankheit auftreten (derjenige also noch zusätzlich Depressionen oder sowas hat). Klar – ist ja keine anerkannte Krankheit.

Wenn man erst mal verstanden hat wie scheiße so eine Sexsucht wirklich ist, dann ist das schon echt hart. 

So – wie viele von euch sind jetzt also WIRKLICH sexsüchtig, hä?

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